TASCHENGELDRECHNER
Wieviel Taschengeld ist richtig?
Die Frage kommt früher oder später in jeder Familie: Ab wann bekommt unser Kind Taschengeld? Und wie viel? Für Österreich gilt als verbreitete Faustregel: etwa 30 bis 50 Cent pro Lebensjahr und Woche bei jüngeren Kindern.
Wählt Alter und Land, und ihr bekommt einen guten Richtwert. Danach zeigen wir euch das 3-Münzen-Prinzip aus dem Elona-Buch – ein einfaches System, das aus Taschengeld Finanzbildung macht.
Aus der Praxis, nicht aus dem Lehrbuch: Wir haben für dieses Tool mit vielen Eltern und mit Kindergartenpädagoginnen gesprochen. Was hier steht, ist abgestimmt mit Menschen, die Kinder täglich begleiten – nicht mit Theoretiker*innen am Schreibtisch.
Orientierung nach: Taschengeldleitfaden „Mein erstes Geld“ der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) sowie den Empfehlungen der deutschen Jugendämter. Alle Werte sind unverbindliche Richtwerte, keine gesetzliche Vorgabe. Wichtig: Unsere Zinseszins-Rechnungen sind reine Modellbeispiele, um die Kraft des Sparens zu veranschaulichen, und stellen keine Anlageberatung dar. Alle Angaben sind ohne Gewähr, Irrtümer vorbehalten. Bitte macht euch bei Finanzthemen immer auch euer eigenes Bild!
AB WANN TASCHENGELD?

Der richtige Zeitpunkt: ab etwa vier Jahren.
Die meisten Expertinnen und Experten – und auch die Pädagog*innen, mit denen wir gesprochen haben – empfehlen, mit Taschengeld zu beginnen, sobald das Kind Zahlen verstehen und einfache Rechnungen nachvollziehen kann. Das ist meist ab dem Kindergartenalter, konkret mit vier bis fünf Jahren.
Am Anfang geht es nicht um den Betrag, sondern um das Ritual. Jede Woche ein kleiner Fixbetrag (z.B. 50 Cent bis 1 Euro), den das Kind selbst verwalten darf. Das klingt winzig – ist aber genug, um die erste Erfahrung zu machen: „Das ist meins. Ich entscheide."
Kinder, die früh lernen, selbst kleine Entscheidungen über Geld zu treffen, gehen später auch mit größeren Beträgen gelassener um. Der Weg dorthin beginnt oft mit 50 Cent.
— sinngemäß aus unseren Gesprächen mit Kindergartenpädagog*innen
Ab ungefähr 10 Jahren macht eine Umstellung auf monatliches Taschengeld Sinn. Kinder lernen damit, über längere Zeiträume zu planen – und das eigene Budget einzuteilen, statt alles am ersten Tag auszugeben.
DAS MÜNZEN-PRINZIP
Aus Taschengeld wird Finanzbildung.
Nur auszahlen ist einfach. Aber der wahre Wert entsteht erst, wenn Kinder lernen, wie sie mit Geld umgehen. Im Elona-Buch findet sich dafür ein einfaches System, das wir für den Alltag adaptiert haben: drei Münzen für drei Zwecke.
Warum dieses System funktioniert
Kinder verstehen abstrakte Konzepte wie „Sparen" oder „Budgetieren" schwer. Aber drei Gläser auf dem Schreibtisch, das ist absolut greifbar. Jedes Mal, wenn das Taschengeld ausgezahlt wird, teilt das Kind es auf diese drei Gläser auf. So wird aus einer simplen Auszahlung ein echtes Ritual, das völlig ohne Druck Finanzbildung vermittelt. Es braucht keine komplizierten Excel-Listen. Drei Gläser, drei Entscheidungen. Das reicht für den Anfang völlig aus, um ein starkes Fundament zu legen.
Die drei Münzen in der Praxis
A
Ausgeben
Das darf das Kind sofort ausgeben. Süßigkeiten, Sticker, eine Kugel Eis. Wichtig: Keine Kontrolle, keine Vorgaben. Es ist das Geld des Kindes.
S
Sparen
Geht in die Spar-Dose. Dazu gehört ein konkretes Ziel: ein Spielzeug, ein Buch, später ein Fahrrad. Geduld wird sichtbar belohnt.
T
Teilen
Die vielleicht schönste Münze. Sie ist bewusst für jemand anderen gedacht – ein kleines Geschenk für eine Freundin, eine Spende für den Tierschutz oder eine Überraschung für Oma. So wird Empathie greifbar und das Kind erlebt die Freude des Gebens.
F
Flexibel bleiben
Wie ihr die Beträge auf die drei Gläser aufteilt, ist völlig euch überlassen. Jüngere Kinder starten oft mit mehr „Ausgeben“, ältere legen freiwillig mehr in „Sparen“ oder „Teilen“. Der Punkt ist die Routine, nicht die exakte Zahl.
PRAKTISCHE TIPPS
Fünf Dinge, die uns Eltern bestätigt haben.
1. Pünktlich auszahlen, immer
Ein verlässlicher Termin – jeden Montag, jeden Ersten – ist wichtiger als der Betrag. Kinder lernen: Auf Geld kann man sich verlassen, wenn man es verlässlich behandelt. Eltern haben uns immer wieder bestätigt: Wer den Termin rutschen lässt, verliert schnell die Ernsthaftigkeit des Rituals.
2. Keine Taschengeld-Kürzung als Strafe
So verlockend es ist: Taschengeld ist kein Belohnungssystem, sondern ein Lernwerkzeug. Wird es bei Fehlverhalten gestrichen, verliert es seine Lernfunktion. Besser: Konsequenzen auf einer anderen Ebene.
3. Fehler machen lassen
Wenn euer Kind das ganze Taschengeld am ersten Tag für Süßigkeiten ausgibt: Gut. Das ist Finanzbildung. Der Rest der Woche ohne eigenes Geld zu sein, ist eine wertvolle Lektion – viel wertvoller als eure Warnung vorher.
4. Keine Zusatz-Zahlungen zwischendurch
Taschengeld funktioniert nur, wenn es einen klaren Rahmen hat. Nicht nachzahlen, wenn es aufgebraucht ist. Das gibt Kindern die Chance, Planung zu lernen.
5. Über Geld sprechen, ohne Druck
Fragt nach, wofür das Kind sein Geld ausgibt – aber nicht wertend. „Was hast du dir diese Woche gekauft?" ist ein schöner Gesprächsanfang. Kinder lernen mehr aus Gesprächen über ihre Entscheidungen als aus Vorschriften.
HÄUFIGE FRAGEN
Was Eltern uns immer wieder fragen.
Mehr über das Münzen-Prinzip und andere Geschichten rund ums Geld?

Elona erzählt in 16 warmherzigen Gute-Nacht-Geschichten, wie Kinder an Themen wie Taschengeld, Sparen und Träume herangeführt werden können – ganz ohne Belehrung. Für Kinder ab 5 Jahren, zum Vorlesen oder Selbstlesen.
„Vergleicht Elona nicht mit anderen Kinderbüchern. Vergleicht es mit dem, was es eurem Kind erspart."
Ein ehrliches Wort am Schluss.
Die hier gezeigten Beträge sind Richtwerte, ergänzt durch unsere Gespräche mit Eltern. Jede Familie ist unterschiedlich – was für eure passt, wisst ihr selbst am besten. Dieser Rechner ist ein Orientierungswerkzeug, keine Beratung. Die Angaben zur Geldanlage der Spar-Münze sind reine Bildungsbeispiele und keine Anlageempfehlung.